Man braucht einen Führerschein,
wenn man selbst Auto oder Motorrad fahren will.
In einer Fahrschule lernt man, wie man richtig fährt:
Zum Beispiel in der Stadt und auf Autobahnen.
Und man lernt sehr wichtige Infos:
Zum Beispiel zu Verkehrs-Zeichen und Regeln im Gesetz.
Am Ende gibt es dann 2 Prüfungen:
– die praktische Prüfung zum Fahren.
– die theoretische Prüfung zu den Infos.
Die Prüfungen sind schwierig.
Man muss genug wissen und gut genug fahren.
Aber so ein Führerschein ist ja auch eine wichtige Sache.
Es ist richtig, dass man viel wissen muss.
Aber leider schaffen viele Menschen die theoretische Prüfung nicht.
Und bei einigen Menschen ist es so:
Sie wissen genug.
Und sie können gut fahren.
Aber sie haben ein Problem mit der Sprache.
Denn die Infos und Prüfungs-Aufgaben sind oft zu schwierig geschrieben.
Dann steht da zum Beispiel:
Wegen der hohen Geschwindigkeit und der zum Teil deutlichen Geschwindigkeitsunterschiede einzelner Fahrzeuge auf der Autobahn sind von dir ständige Konzentration und Beobachtung der Fahrbahn gefordert.
Das geht doch viel leichter!
Man kann doch auch schreiben:
Auf der Autobahn fahren viele Fahrzeuge.
Die Fahrzeuge fahren unterschiedlich schnell.
Du musst immer gut aufpassen und
auf die anderen Fahrzeuge achten.
Wir im Büro für Leichte Sprache wissen das schon seit vielen Jahren:
Wir bekommen Anfragen von Eltern.
Sie suchen nach Fahrschulen, wo der Unterricht in Leichter Sprache ist.
Dabei können wir leider nicht helfen.
Aber wir haben Forschern von einer Universität geholfen.
Die Forscher wollten wissen: Kann die Theorie-Prüfung in Leichter Sprache sein?
Die Antwort ist: Nein. Aber vielleicht geht es mit Einfacher Sprache.
Und auch der Unterricht und die Übungs-Aufgaben müssen einfacher sein.
Es ist zu wenig, wenn nur die Prüfungs-Aufgaben in Leichter Sprache sind.
Man kann die ganze Studie hier lesen: Internet-Seite von der Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen
Die Studie ist nicht in Leichter Sprache.
Wir haben eine Probe-Übersetzung für einen Fahrschul-Verband gemacht.
Wir haben 3 Seiten aus ihrem Buch in Einfacher Sprache umgeschrieben.
Und wir dachten: Das hat gut geklappt.
Aber leider hat sich der Fahrschul-Verband nie wieder gemeldet.
Wir glauben:
Die Aufgabe ist zu groß für nur einen Fahrschul-Verband.
Viel mehr Menschen müssen bei diesem Thema zusammen arbeiten.
Zum Beispiel Juristen, Politiker, Leute vom TÜV, Selbstvertreter
und natürlich Leute, die sich mit Sprache auskennen.
Im Februar war eine tolle Tagung von der Denkfabrik Arbeitskreis Handicap.
Der Arbeitskreis will:
Mehr Menschen mit Behinderung können einen Führerschein machen.
Dabei geht es zum Beispiel auch darum, wie man die Autos umbauen kann.
Dann passt auch ein Rollstuhl gut rein und
man braucht zum Gas geben und Bremsen keine Füße.
Wir haben bei der Tagung einen Vortrag zu Einfacher und Leichter Sprache gemacht.
Wir konnten viel mit anderen über das Thema sprechen.
Und jetzt hoffen wir: Es geht endlich weiter damit.
Denn die Sprache darf kein Problem beim Führerschein sein.
Man kann Probleme mit dem Lesen haben
und trotzdem gut fahren.